Ambient ist die einzige Musikform, die man absichtlich überhören darf. Genau das hat Brian Eno 1978 in die Hülle von Music for Airports geschrieben, und daran hat sich seither wenig geändert: Diese Stücke steuern keinen Höhepunkt an, sie stellen keine Frage, sie bleiben. In dieser Rubrik geht es um Flächen ohne Refrain, um Feldaufnahmen von Regen und Wind, um Dauerklänge, die eine Stunde lang auf demselben Ton stehen, und um die Frage, wie so etwas gebaut wird.
Wir hören dabei genauer hin, als es der Ruf des Genres nahelegt. Wie entsteht eine gute Regenaufnahme, woran erkennt man eine schlecht geschnittene Schleife, warum kippt eine Fläche nach zwanzig Minuten von angenehm in unruhig, und welche Rolle spielt die Stimmung der Töne bei Musik, die keinen Akkordwechsel kennt? Die Antworten sind meistens handfest und lassen sich mit den eigenen Ohren nachprüfen.